Ludwig Ganghofer, der wohl meistgelesene und meistverfilmte deutschsprachige Schriftsteller, verbrachte beinahe 20 Jahre seines Lebens überwiegend in seinem Jagdhaus "Hubertus" im Gaistal in Leutasch und verfasste dort einen guten Teil seiner Werke, darunter sein bekanntestes, "Das Schweigen im Walde". Das Jagdhaus wurde sehr bald zu einem beliebten Treffpunkt der Künstlerprominenz um 1900; Ernst von Wolzogen, Hugo von Hofmannsthal, Richard Strauss, der Dirigent Bruno Walter, der weltberühmte Sänger Leo Slezak, mitunter das ganze Wiener Burgtheaterensemble waren hier zu Gast, genau so wie die Maler Franz von Stuck, Fritz Kaulbach, Franz Defregger, Mathias Schmid, Hugo Engl und Hermann Ebers neben vielen anderen berühmten Persönlichkeiten; zu seinen Freunden zählten Johannes Brahms, Johann Strauß Sohn, Rainer Maria Rilke, Ricarda Huch, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann und - der Kaiser (Wilhelm II.). Es war eine Ehre von Ludwig Ganghofer ins Gaistal bei Leutasch eingeladen zu werden und es wurde dort so manches rauschende Fest gefeiert, war doch Frau Katinka nicht nur glänzende Gastgeberin, sondern selbst einst singende Schauspielerin in Wien.
Das Gästebuch Ganghofers, das "Hausbuch von Hubertus", auch "Jagdbuch" genannt, das neu erschienen Buch "Ludwig Ganghofer im Wettersteingebirge" und eben das neu eröffnete Ganghofer-Museum zeigen das richtige Bild des (nicht nur) Heimatdichters und bedeutenden Repräsentanten der bewegten Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, die mit dem Tod Ludwig Ganghofers 1920 zu Ende ging.