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Leben im Dorf

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Geschichte

Ein kleiner Einblick in die Geschichte unseres Tales

Leutasch gehört zu den Gemeinden, die vollkommen frei sind von Relikten jener mehrhundertjährigen Besatzungsmacht, d. h. keine römischen Münzfunde, keine alten Scherben, keine fragwürdigen Römerstraßen. Die Leutasch war vor zweitausend Jahren noch ein unberührtes Tal, da ging höchstens ein Jäger auf die Pirsch. 

Vor acht Jahrhunderten, im Jahre 1178, macht der bayrische Edelfreie Bernhard von Hausen seine große Stiftung für das eigene und das Seelenheil seiner Eltern: er schenkt dem oberbayrischen Augustiner-Chorherrenstift Polling bei Weilheim einen Teil des Waldes, durch welchen der Fluss rinnt, der Luitaske heißt, so die wörtliche Umsetzung des lateinischen Textes. In diesem ausgehenden 12. Jahrhundert setzt nun eine rege Rodungstätigkeit ein. 

Daß die rasante Entwicklung ohne Störung oder gar Zerstörung der Landschaft vor sich ging, daß hier mit so viel Behutsamkeit, ja Ehrfurcht gegenüber der Natur und Kulturlandschaft vorgegangen wurde, muß jeder spüren und sehen, der dieses Tal besucht. Die Bewohner am Fluß des Wettersteingebirges sind Muster der Bodenständigkeit. Schon im 13. und 14 Jahrhundert tauchen die gleichen Namen auf, die wir heute im Leutascher Telefonbuch lesen.

Damals lebten - das lässt sich statistisch berechnen - etwa 240 Menschen in der Leutasch. Die Einwohnerzahl stieg langsam aber stetig: 1775 werden es ca. 800 gewesen sein, 1826 zählte man amtlich 945 Personen, vor 100 Jahren 986, vor 50 Jahren 1020 und 1981 1672 Personen. 1991 wurden bei der Volkszählung 1702 Personen und bei der Volkszählung 2001 1995 Personen erfaßt. 

Aus der Stiftung des Bernhard von Hausen waren bereits 12 Bauerngüter geworden. jeder der Bauern zinste damals, also um 1300/1350, jährlich ein Kalb an das Stift Polling, Etwa zur gleichen Zeit wie Polling hatte auch das Stift Wilten Rechte und Besitzungen in Leutasch erworben, 1305 waren es 9 Höfe. Später kamen dann noch der Landesfürst und das Stift Stams als Grundherren dazu.

Stift Polling wurde 1803 aufgehoben. Dessen Bezugsrechte gingen an die Staatsverwaltung über, bis dann 1849 die Grundentlastung überhaupt die Institution der Grundherrschaft beendete.

Wovon lebten die alten Leutascher? Noch vor 3, 4  Jahrzehnten hörte man hier die Antwort: Von unseren Wiesen und unserem Wald. Beim Wort Wiesen fällt uns natürlich gleich der seit 1929 gezüchtet Leutascher Goldhafer ein und beim Wald das alte Sprichwort: Die Leutasch ist die Holzkammer von Innsbruck und Hall. Vom Waldreichtum der Leutasch zu reden ohne auch den historischen Wildreichtum zu erwähnen wäre ein arges Versäumnis. 

Die Bedeutung des edlen Weidwerkes drück sich in einer Reihe großer Namen von Jagdherren bzw. Jagdpächtern, wie Herzog von Altenburg, Fürst Fürstenberg, Baron von Neurath und natürlich Ludwig Ganghofer aus. Wie auch immer das Verhältnis zu einzelnen von ihnen war, sie und vor allem Ganghofer mit seinen Romanen machten die Leutasch und das Gaistal international bekannt. Sie stehen sozusagen an der Wiege des Fremdenverkehrs. Hinzu war im ausgehenden vorigen Jahrhundert das Alpinwesen (das Bergsteigen und das Bergwandern) gekommen. Die Schönheit des Tales, die Bergwelt mit ihren zahlreichen Tourenmöglichkeiten und zu guter Letzt die Leutascher Art zogen die Leute schon vor 100 Jahren an und veranlasste sie zum Verweilen und wiederkehren.

Leutaschbuch

Das Leutaschbuch ist im Gemeindeamt und im Ganghofermuseum erhältich.

Ludwig Ganghofer

Ludwig Ganghofer, der wohl meistgelesene und meistverfilmte deutschsprachige Schriftsteller, verbrachte beinahe 20 Jahre seines Lebens überwiegend in seinem Jagdhaus "Hubertus" im Gaistal in Leutasch und verfasste dort einen guten Teil seiner Werke, darunter sein bekanntestes, "Das Schweigen im Walde". Das Jagdhaus wurde sehr bald zu einem beliebten Treffpunkt der Künstlerprominenz um 1900; Ernst von Wolzogen, Hugo von Hofmannsthal, Richard Strauss, der Dirigent Bruno Walter, der weltberühmte Sänger Leo Slezak, mitunter das ganze Wiener Burgtheaterensemble waren hier zu Gast, genau so wie die Maler Franz von Stuck, Fritz Kaulbach, Franz Defregger, Mathias Schmid, Hugo Engl und Hermann Ebers neben vielen anderen berühmten Persönlichkeiten; zu seinen Freunden zählten Johannes Brahms, Johann Strauß Sohn, Rainer Maria Rilke, Ricarda Huch, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann und - der Kaiser (Wilhelm II.). Es war eine Ehre von Ludwig Ganghofer ins Gaistal bei Leutasch eingeladen zu werden und es wurde dort so manches rauschende Fest gefeiert, war doch Frau Katinka nicht nur glänzende Gastgeberin, sondern selbst einst singende Schauspielerin in Wien.

Das Gästebuch Ganghofers, das "Hausbuch von Hubertus", auch "Jagdbuch" genannt, das neu erschienen Buch "Ludwig Ganghofer im Wettersteingebirge" und eben das neu eröffnete Ganghofer-Museum zeigen das richtige Bild des (nicht nur) Heimatdichters und bedeutenden Repräsentanten der bewegten Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, die mit dem Tod Ludwig Ganghofers 1920 zu Ende ging.